ATE MK60

Audi, BMW, Citroën, Ford, Honda, Mini, Opel, Peugeot… fast alle verwenden das Steuergerät ATE MK 60. ABS ist schon seit einiger Zeit für Neuwagen Pflicht, und weil sich nur Bosch und ATE bei den großen Automobilherstellern durchgesetzt haben, findet man fast nur Antiblockiersysteme dieser beiden Marken. Anfangs – 1978 – war das System einfach und zielgerichtet, doch hat sich seitdem einiges geändert.
Vielen dürfte inzwischen auch das Kürzel “ESP” ein Begriff sein. Dank zusätzlicher Sensoren im Fahrzeug kann ein modernes ABS-System auch eingreifen, wenn ein Fahrzeug in der Kurve die Bodenhaftung zu verlieren droht. Die Werte des so genannten Gierwinkelsensors (“rotation rate sensor” in der Abbildung) werden mit dem Wert des Lenkeinschlags verglichen. So kann das ABS-Steuergerät feststellen, ob eines der Räder abgebremst werden muss, um eine beginnende Schleuderbewegung zu korrigieren. Auch das Steuergerät ATE MK 60 ist mit ESP-Funktion erhältlich.

ATE MK60-sensors

Was kann bei einem Defekt die Ursache sein?

ATE MK-60 uberholung

Probleme mit dem ATE MK 60 sind außergewöhnlich oft auf den Drucksensor zurückzuführen.
Im Internet häufen sich die Beschwerden von Kunden, die das ABS-System auslesen lassen und aufgrund von Drucksensorfehlern das komplette Steuergerät austauschen müssen.
Oft ist der Drucksensor selbst Ursache des Problems. Welche Fehlerkodes auf einen defekten Drucksensor hinweisen können, haben wir in der nachstehenden Übersicht zusammengefasst:

  • Audi, Seat, Skoda, Volkswagen: 01435, 059B

  • BMW: 5E20, 24096, 24100

  • Citroën: P1301, P1302

  • Daihatsu: C1246

  • Ford: C1288

  • Mazda: 0130, C1288, C0044/28,64

  • Mitsubishi: C121D, C1364

  • Opel: C1028, C0131

  • Peugeot: C1301, C1302

  • Renault: DF088

  • Suzuki: C1028

  • Toyota: C1246, oft zusammen mit C1223

  • Volvo: P0130, P0134

Aber was genau ist das Problem bei einem solchen Drucksensor?

Wenn der Drucksensor vorsichtig ausgebaut wurde, sind die Verbindungsdrähte mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen; sie sind tatsächlich mikroskopisch klein. Temperaturschwankungen und Erschütterungen können sogar dazu führen, dass diese fragilen Verbindungen brechen. Solche Defekte lassen sich nur mit Hightech-Geräten reparieren.

Die Überholung

Bevor wir mit der Überholung des Drucksensors beginnen, müssen wir die ECU und den Pumpenmotor vom Hydraulikblock entfernen. Anders ist der Drucksensor nicht zu erreichen, er befindet sich nämlich auf der HCU. Was dann kommt, ist eine ziemlich knifflige Angelegenheit: Der Drucksensor wird ausgebaut und geöffnet, und die mikroskopischen Verbindungen werden wiederhergestellt. Anschließend wird der Drucksensor wieder eingebaut und umfassend getestet. Alle Hightech-Geräte werden bei uns angepasst und für diese spezifische Aufgabe programmiert. Um die neuen Verbindungen zusätzlich zu schützen, wird ein spezielles Gel aufgetragen, das sowohl die Erschütterungen als auch die Temperaturschwankungen abschwächt. Nicht zuletzt durch diese besondere Maßnahme ist der überholte Drucksensor zuverlässiger als das Original. ACtronics ist sehr stolz, auf diese Weise eine sehr hochwertige Überholung anbieten zu können.

ATE MK-60 uberholung

ATE MK 60 im Detail

Das Gerät MK 60 besteht im Prinzip aus drei Teilen: dem Pumpenmotor, der HCU und der ECU. Zusammen sorgen sie für das reibungslose Funktionieren des Systems, einzeln sind sie nicht funktionsfähig. Nachstehend werden wir die Aufgabe der einzelnen Teile erläutern und so das ABS-System als Ganzes beschreiben.

ATE MK-60 Steuergerat

Der Pumpenmotor

Aufgabe des Pumpenmotors ist es, den Druck in der gesamten Bremsanlage aufrechtzuerhalten. ABS ist ein System, das den Bremsdruck an einem Bremssattel (oder an mehreren Bremssätteln gleichzeitig) kurz abbaut (Bremsflüssigkeit fließt ab), so dass der Bremssattel die Bremsscheibe vorübergehend freigibt. Wenn kurz darauf wieder Druck aufgebaut werden muss, wird das Abfließen der Bremsflüssigkeit unterbrochen und der Pumpenmotor bringt das System wieder auf Druck. Dieser Vorgang wiederholt sich viele Male pro Sekunde, sobald ein Rad (oder mehrere Räder) die Bodenhaftung verliert (verlieren). Das Aktivwerden des ABS-Systems wird am Bremspedal als Vibrieren wahrgenommen.

Die HCU

Das Kürzel HCU steht für Hydraulic Control Unit. Die HCU sieht aus wie ein großer massiver Aluminiumblock, in dem sich verschiedene Kanäle und Aktuatoren befinden. Und genau diese Kanäle und Aktuatoren sind es, die für das Funktionieren des ABS-Systems sorgen. Die Aktuatoren in diesem Block können nämlich die Ablasskanäle öffnen, so dass die Bremssättel vorübergehend keinen Druck mehr erhalten. Glücklicherweise sind diese Kanäle in der Ruheposition immer geschlossen. Man muss also keine Angst haben, dass die Bremsanlage ausfällt, wenn eine Störung auftritt. Das System ist sozusagen “idiotensicher”: Bei einer Störung verhält sich das Fahrzeug wie eines der früher üblichen Fahrzeuge ohne ABS, bei denen die Bremsen ja auch funktioniert haben.
Sieht man sich die HCU genauer an, fallen vor allem die 12 hervorstehenden “Stifte” auf. Dies sind die Aktuatorstifte, die die Kanäle öffnen und schließen können. Die Spulen unten an der ECU legen sich bei der Montage über diese Stifte, und sobald die ECU eine Spule unter Spannung setzt, wird der Stift durch das starke Magnetfeld in der Spule heruntergedrückt. Wird die Spannung aufgehoben, springt der Stift wieder nach oben, und der zugehörige Ablasskanal wird sofort wieder geschlossen.

Zwischen den Aktuatorstiften befindet sich auch noch der Drucksensor. Er misst ständig den Flüssigkeitsdruck im System und ist sehr wichtig für den Pumpenmotor. Der Pumpenmotor läuft nämlich nicht ständig, sondern wird zugeschaltet, wenn der Druck zu niedrig ist. Ohne einen einwandfrei funktionierenden Sensor kann der Druck des Flüssigkeitsstroms nicht aufrechterhalten werden, so dass sich das System “vorsorglich” ausschaltet.

Die ECU

Die ECU schließlich ist das Gehirn des MK 60. Dort gehen die Signale verschiedener Sensoren ein, wie zum Beispiel die Signale der Radsensoren und des erwähnten Drucksensors. Abhängig von den Sensorwerten entscheidet die ECU, welche Maßnahme erforderlich ist, und steuert die richtigen Aktuatoren an. Die ECU steuert also sowohl die HCU als auch den Pumpenmotor. Wie gesagt, befinden sich unten an der ECU Spulen. Werden diese Spulen unter Spannung gesetzt, sorgt die ECU dafür, dass die Aktuatorstifte nach unten gedrückt werden und die Bremsflüssigkeit abfließen kann.
Kommt ESP hinzu, hat die ECU noch eine andere Aufgabe. Die Werte von Lenkwinkelsensor und Gierwinkelsensor müssen miteinander verglichen werden, um beurteilen zu können, ob das Fahrzeug einen realistischen Drehwinkel ausführt. Dreht das Fahrzeug mehr oder weniger stark ein als der Wert des Lenkwinkels erwarten lässt, spricht man von Unter- bzw. Übersteuern. ESP kann in beiden Fällen korrigierend eingreifen, indem ein Rad (oder mehrere Räder) leicht abgebremst wird (werden), um wieder den gewünschten Drehwinkel (Gierwinkel) zu erzielen. Das ABS-System bremst dann völlig selbstständig ein Rad bzw. mehrere Räder ab, ohne dass das Bremspedal eingetreten wird. Dies ist möglich, weil auch der Pumpenmotor das System auf Druck bringen kann und nicht unbedingt ein Pedalhub erforderlich ist, um Druck im System aufzubauen.

Ausbau des ABS-Steuergeräts

Vor dem Ausbau sollten Sie auf jeden Fall die Batterie abklemmen und erst wieder anschließen, wenn die ABS-Gruppe wieder eingebaut wurde. Bei einigen Fahrzeugen muss das ABS-System auch wieder neu eingelernt werden. Dies ist beim Wiedereinbau zu berücksichtigen. Lassen Sie nach dem Abziehen des Steckers erst die Bremsflüssigkeit abfließen, bevor Sie mit dem Ausbau beginnen.
Die Vorgehensweise beim Ausbauen ist von Fahrzeugtyp zu Fahrzeugtyp sehr unterschiedlich. Ziehen Sie die Beschreibung des Fahrzeugherstellers hinzu. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Hydraulikblock aus Aluminium besteht. Dies ist ein relativ weiches Material; gehen Sie deshalb beim Lösen und Anschließen der Bremsleitungen entsprechend vorsichtig vor.