Werkstatttipps für den Hella Turbo Actuator

Kleinere Motoren mit Turbolader: Sie werden immer häufiger. Aufgrund der strengeren Umweltanforderungen sind Turbolader gute Lösungen, um den geringeren Hubraum auszugleichen. Eine der Varianten des Turbos ist der Variable Geometry Turbo (VGT). Viele der VGTs verwenden einen Turboaktuator, um den Turbo zu steuern. Gleiches gilt für Garrett Turbos, die in einer Vielzahl von Autos verwendet werden. Diese Garrett-Turbos werden häufig in Kombination mit den Hella-Antrieben eingesetzt. Aber wie soll man mit einem defekten Turbomotor umgehen? In diesem Artikel gibt ACtronics einige nützliche Tipps für die Werkstatt, um zu einer guten Lösung zu finden!

Die Bedienung und Funktion des Turboaktuators

Bevor wir auf die Ursachen und die Lösung der Mängel eingehen, ist es sinnvoll, zunächst die genaue Funktionsweise des Turbos in Kombination mit dem Turboaktuator zu erklären. Variable Leitschaufeln ermöglichen es dem VGT, den Turbodruck zu erhöhen oder zu verringern. Je weiter die Schaufeln geschlossen sind, desto höher ist der Turbodruck. Wenn die Schaufeln geschlossen sind, muss der Turbo mehr Kraft aufwenden, um Luft anzusaugen. Dadurch entsteht ein Vakuum, wodurch die Luft beschleunigt und der Turbodruck erhöht wird. Auf der Grundlage der Geschwindigkeit, die der Fahrer durch das Gaspedal wünscht, überträgt der Aktuator dieses Signal an die Gabel des Aktuators, die die Position der Blätter bestimmt. Die Steuerung der Leitschaufeln wird daher vom Aktuator bestimmt.
Foto 1: Funktion des VGT

Fehler diagnostizieren

Bei Defekten am Turboaktor können verschiedene, markenspezifische Fehlercodes diagnostiziert werden. Häufige Fehlercodes beziehen sich auf die VGT-Einstellung und die Turbodruckregelung. Einige häufig vorkommende Fehlercodes sind:

  • P0234-Engine Overboost Condition 
  • P0299-Turbo/Supercharger Underboost
  • P2263-Turbo/Supercharger Boost System Performance

Diese Fehlercodes in Kombination mit einer geringen / keiner Leistung im Fahrzeug können auf einen Ausfall des Turboaktuators hinweisen.

Zwei Arten von Aktuatoren

Eine Besonderheit der Hella-Turboaktuatoren ist die Tatsache, dass in Kombination mit den Garrett-Turbos zwei Arten von Aktuatoren verwendet wurden, nämlich der sogenannte SREA (Simple Rotary Electronic Actuator) und der REA-Aktuator (Rotary Electronic Actuator). Auf den ersten Blick scheinen die beiden Aktuatoren identisch zu sein, aber in Wirklichkeit gibt es einige grundlegende Unterschiede. Wenn der SREA-Aktuator von der ECU des Fahrzeugs gesteuert wird, kann der REA-Aktuator autonom bestimmen, wie die Blätter gesteuert werden müssen.
 

Hella actuator

Foto 2: Innenseite des SREA Aktuators

Internals Hella Turbo Actuator

Foto 3: Innenseite des REA Aktuators

Äußerlich sind die beiden Aktoren durch die Laschen, die sich oberhalb und unterhalb der Steckverbindung des Aktors befinden, voneinander zu unterscheiden. Beim SREA sind sie symmetrisch angeordnet, beim REA nicht.

SREA Hella Turbo Actuator

Foto 4: Stecker des SREA Aktuators            

 

REA Hella Turbo Aktuator

Foto 5: Stecker des REA Aktuators
Schließlich verwenden beide Aktuatoren einen unterschiedlichen Stecker. Obwohl es sich bei beiden Steckern um einen fünfpoligen Stecker handelt, ist ihre Verwendung unterschiedlich. Nachfolgend finden Sie einen praktischen Überblick.

Schließlich verwenden beide Aktuatoren einen unterschiedlichen Stecker. Obwohl es sich bei beiden Steckern um einen fünfpoligen Stecker handelt, ist ihre Verwendung unterschiedlich. Nachfolgend finden Sie einen praktischen Überblick.

  SREA Aktuator REA Aktuator
Pin 1 Rechtsherum drehen: 12 Volt  Spannungsversorgung: 12 Volt
Pin 2  Linksherum drehen: 12 Volt  Masse
Pin 3  Masse  CAN-Low
Pin 4 PWM-Signal 1kHz: 5 Volt PWM-Signal: 12 Volt
Pin 5 Spannungsversorgung: 5 Volt  CAN-High

 

Ursache für fehlerhafte Turbomotoren

In 90% der Fälle ist der Grund für fehlerhafte Turboantriebe das sogenannte "Wear & Tear". Im Laufe der Jahre sammeln sich Abgase im Turbolader und verursachen Ruß. Diese Verrußung kann auch durch verstopfte DPF-Filter und austretendes Öl im Turbolader verstärkt werden. Die Verunreinigung bildet sich auf der Innenseite des Turbos, was sich auch auf die Schaufeln auswirkt. Dies führt dazu, dass die Leitschaufeln schwer laufen und sich die Zahnräder und das Schneckengetriebe im Turbomotor abnutzen. Dies sorgt dafür, dass der Turboaktuator die Leitschaufeln nicht mehr richtig drehen kann und der Aktuator somit defekt geht. Diese Verdrehungen haben einen großen Einfluss auf die Leistung des Turbos. Eine Drehung der Leitschaufeln um 1 Grad kann bereits zu einer Differenz von 10.000 U / min im Turbo führen!
Foto 6: Wear & Tear

Die Lösung

Bei einem Defekt eines Turboaktuators wird manchmal versucht, diesen gegen einen anderen Aktuator auszutauschen. Dies ist jedoch nicht möglich. Es besteht eine gute Chance, dass die Antriebe andere Getriebevarianten haben, die an den G-Nummern auf dem Gehäuse zu erkennen sind. Eine bessere Wahl ist es, den Turboaktuator überholen zu lassen.

Damit der Turboaktuator wieder funktioniert, hat ACtronics eine spezielle Überholungslösung entwickelt, mit der der Turboaktuator bestmöglich überholt werden kann. Dafür hat ACtronics völlig neue Gearboxes entwickelt, bei dem ein verbesserter Verbundwerkstofftyp für die Zahnräder verwendet wird. Darüber hinaus wird die Elektronik in der Kappe des Stellantriebes überholt. Aufgrund dieser Anpassungen hält der Antrieb länger und ist daher langlebiger als das Original!

Bitte beachten Sie: Wir raten unseren Kunden immer, auch den Turbolader selbst im Falle eines Defekts des Turboladers zu überprüfen. Wie bereits erwähnt, ist die Verrußung die Hauptursache für defekte Antriebe, so dass das Risiko eines erneuten Versagens des Antriebes besonders hoch ist, wenn der Turbo nicht gereinigt und geprüft wird. Überprüfen Sie daher immer die Gangbarkeit der Leitschaufelverstellung. Wenn diese schwergängig ist, muss dies zuerst behoben werden, bevor der generalüberholte Turboaktuator wieder montiert wird.