Viel Saabiger kann ein Saab nicht werden: Der Saab 9-3

Saab ist eine Marke, welche jeder heimlich liebt. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg begann der schwedische Flugzeugbauer mit dem Bauen von Autos. Über die Jahre baute man populäre Modelle, welche überaus innovativ waren. Denn das war das, wo Saab besonders gut war: Innovation. Und da vor Allem auf dem Gebiet der Sicherheit. Um diese Obsession auszuleben musste alles andere weichen. Der Saab 9-3 Mk2 ist hier ein gutes Vorbild.

Obsession für Sicherheit

Nach dem zweiten Weltkrieg wusste Saab als neue Marke Eindruck zu machen. In den ersten Jahren verkaufte Saab seine Autos nur an schwedische Kunden aber nachdem 1960 de Saab 96 enthüllt wurde, wurden diese Autos dann auch nach Übersee verkauft. Der eigenwillige Entwurf sprach die Konsumenten von damals sehr an. Vor Allem die Amerikaner (seltsam genug) kauften fleißig diese Fahrzeuge. Dank des Erfolges im Land der "Musclecars" verkaufte Saab letztendlich 550.000 96er.

Saab 96

Saab 96

Nach dem Erfolg des 96 kam Saab mit dem 99. Dieses Auto wurde komplett von A bis Z umgebaut. Und mit Blick in die Geschichtsbücher ist dies das Auto, welches einen Großteil von Saabs Image und innovativem Denken geprägt hat. Der 99 hatte eine konvexe Windschutzscheibe für maximale Sichtbarkeit, selbstreparierende Stoßstangen, Scheinwerferwaschanlagen und Verstärkungen in den Türen, um Personen im Auto bei einem Seitenaufprall zu schützen. Nicht nur, dass sich all diese Innovationen letztendlich noch immer in heutigen Autos verwendet werden, ändert dies nichts an der Tatsache, dass Saab seine neue Intentionen gezeigt hat.

Saab 99

Saab 99

Übernahmen

Es war klar, dass Saab auf einem guten Weg war. Dies blieb nicht unbemerkt und schon gar nicht in unserem eigenen Land. 1969 wurde Saab von diesem anderen großen schwedischen Mobilitätsunternehmen übernommen. Nein, nicht Volvo, sondern Scania! Während der zwanzig Jahre, in denen der Scaniawind durch die Saab-Fabrik wehte, kam das vielleicht kultigste Modell vom Band. 1978 gab es einen Ersatz für den 99: den 900. Von diesem Auto, das heute als "Kult Saab" bekannt ist, wurden schließlich mehr als 900.000 Einheiten gebaut.

Saab 900

Saab 900

In den späten 1980er Jahren lief es mit Saab jedoch weniger gut. Immerhin war der 900 seit zehn Jahren auf dem Markt und die anderen Modelle waren nicht so erfolgreich wie der 900. Zeit für eine Veränderung! Oder naja Veränderungen ... 1989 wurde Saab in einem Gemeinschaftsprojekt von General Motors und Investor AB übernommen. Die zweite Partei wäre für einen Zeitraum von zehn Jahren Aktionär, danach wäre GM ab 2000 der volle Eigentümer von Saab. Diese Zusammenarbeit veranlasste GM, Saab aufzuzwingen, den "neuen" Saab auf der Basis bestehender Autos im Sortiment herzustellen. Dieselbe Basis, nur eine andere Karosserie und ein anderes Logo. Das ist es.

Stur

Die Aufgabe für Saab war einfach. Der neue Opel Vectra B wurde nach Schweden verschifft, und mit den neuen Regeln von GM würde in kürzester Zeit eine neue Version des 900 erscheinen. Saab dachte jedoch anders. Fast der gesamte Vectra wurde zerlegt und eigene Teile hergestellt, um den Vectra an die hohen Sicherheitsstandards von Saab anzupassen. Das Endergebnis war der 1993 vorgestellte 900 MK2. Als die hohen Herren von General Motors nach Schweden kamen, um sich den 900 anzusehen, waren sie schockiert. Nur ein Drittel aller Teile, die am und im 900 saßen, stimmten mit dem Vectra überein. Wie auch immer: Was machst du als GM? Ein Neubeginn war keine Option, daher wurde der 900 für die Massenproduktion freigegeben. Die Verkaufszahlen logen jedoch nicht. 1995 kehrte Saab zum ersten Mal seit Jahren wieder in die Gewinnzone zurück.

Um seine Kunden 1997 anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums zu überraschen, entwickelte Saab ein neues Auto: den 9-5. Diese neue "9-Familie" wurde zwei Jahre später durch den 9-3 ergänzt. Dieser "kleine" 9-5 war im Wesentlichen nur der 900 mit einem Facelifting. Also vorerst keine größeren Anpassungen.

Saab 9-3 MK1

Saab 9-3 MK1

Saab 9-3 MK2

Es war verständlich, dass der 9-3 nur ein Facelifting und kein völlig neues Auto war. Im Hintergrund wurde bereits viel über den 9-3 MK2 nachgedacht, der wirklich ein neues Auto sein würde. Und wenn Saab anfing, über neue Dinge nachzudenken, standen die Haare der Leute von General Motors natürlich sofort zu Berge. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie erneut nach Schweden gingen, um die Pläne für den neuen 9-3 zu besprechen. Sie können sich jedoch fragen, ob GM ihre vorherige Lektion gelernt hat. Genau wie vor ungefähr zehn Jahren nahmen sie die neue Version des Vectra wieder mit der gleichen Botschaft mit: Entwickeln Sie eine andere Karosserie, die zu diesem Auto passt, produzieren Sie einige zusätzliche Saab-Logos, um sie auf das Auto zu kleben und loszulegen! Vielleicht spüren Sie es schon. Ein paar Obstbrände später beschloss Saab, es ganz anders zu machen. Diesmal gingen sie nur noch weiter.

Saab 9-3

Saab 9-3 MK2

Im Gegensatz zum Vectra verwendet der Saab 9-3 eine brandneue unabhängige Mehrlenker-Hinterradaufhängung, die als "ReAxs" bekannt ist. Das System trägt zur Lenkungsrückmeldung bei und sorgt für eine verbesserte Fahrstabilität in Kurven. Darüber hinaus entwickelte Saab eine neue Version seines "Active Head-Restraint System" (SAHR2), um das Risiko eines Schleudertraumas zu minimieren. Aber es hörte nicht mit dem Drang auf, die Sicherheitssysteme allein anzupassen. Selbst das neue Navigationssystem entsprach nicht den Anforderungen von Saab, wie Jeremy Clarkson feststellte.

Was unser Interesse auch sofort weckt, sind die weiteren Unterschiede in der Elektronik. Wo die im Vectra C und 9-3 verwendeten ABS-Einheiten und ECUs übereinstimmen, unterscheidet sich das Kombiinstrument in fast jeder Hinsicht. Das Layout der Anzeigen ist unterschiedlich, die Farben der Anzeigen sind unterschiedlich. Wie auch immer: Der 9-3 MK2 war ein weiteres schönes Stück Re-Engineering von Saab.

Instrumentenpaneel Opel Vectra C vs Saab 9-3

Der weitere Verlauf der Geschichte von Saab ist bekannt. Im Jahr 2010, ungefähr auf dem Höhepunkt der Kreditkrise, zog General Motors Saab den Stecker raus, woraufhin das niederländische Unternehmen Spyker einen weiteren Versuch unternahm, die eigensinnige Marke vor dem Bankrott zu retten, jedoch ohne Erfolg. Nach mehr als 65 Jahren Innovationen und kontroversen Ideen ging das Kapitel von Saab Automobile AB leider zu Ende. Denn seien wir ehrlich: Jeder Autofan liebt diese Art von skurrilen Marken und diese machen die Autoindustrie zu der coolen Industrie, die sie heute ist!

Überholbare Teile Saab 9-3 (2003-2012)

ABS-Steuergeräte

Bosch 5.3

ABS ECU

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Motorsteuergeräte

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Drosselklappen

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Kombiinstrumente

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